Typografie und ihre Wirkung: 7 Dinge, die Sie wissen sollten

Typografie zählt wohl zu den komplexesten Gefilden im Design. Schließlich geht es darum, mit einer bewusst gewählten Gestaltung den Charakter eines Unternehmens zu transportieren – sowohl offline als auch online. Ob elegant, professionell oder verspielt –Schriften laden Brands mit unterschiedlichen Werten und Assoziationen auf. Umso wichtiger erscheint es, auf Experten zu setzen, die ihr Handwerk beherrschen. Desiree ist eine unserer Grafikdesignerinnen und jongliert täglich mit Bildern, Typos, Farben und Formen, um unsere Kunden mit erfrischenden Kreationen zu begeistern. Im Interview verrät sie, was gutes Design ausmacht und welche Typo-No-Gos ihr regelmäßig Kopfschmerzen bereiten. Außerdem gibt unsere Expertin 7 einfache Tipps für eine bessere Typografie.

Let’s talk about … TYPOGRAFIE

Desiree, wie wählst du passende Schriftarten für deine Kreationen aus?

Desiree: Zum einen achte ich auf das Erscheinungsbild als Ganzes. Die Typo muss sowohl zum Kunden als auch zum jeweiligen Projekt passen. Zum anderen bewerte ich sie nach bestimmten Qualitätskriterien. Dabei stelle ich mir die Fragen, ob genügend Stile – wie fett, kursiv oder leicht – vorhanden sind und ob auch Sonderzeichen und Umlaute unterstützt werden.

Welche unterschiedlichen Schrifttypen gibt es?

Desiree: Grundsätzlich wird zwischen Serifen- und serifenlosen Schriften differenziert, wobei der Unterschied leicht erklärbar ist. Serifenschriften werden durch kleine Striche an den Anfängen und Enden der Buchstaben gekennzeichnet. Groteskschriften – oder serifenlose Schriften – haben diese Verschnörkelungen nicht. Dazu kommen noch Handschriften und andere Fantasieformen.

Was kannst du uns zum Thema „handwritten fonts“ erzählen?

Desiree: Darunter fallen Types, die Handschriften ähneln. Eine Inspirationsquelle bildet das sogenannte „Handlettering“. Schreibschriften lassen sich gut für Akzente einsetzen, sind jedoch für Fließtexte weniger geeignet. Sie lockern die Gestaltung auf und geben dem Layout eine persönliche Note.

Gibt es wichtige Grundprinzipien, die es unbedingt zu befolgen gilt und die du auch in der täglichen Arbeit für unsere Kunden anwendest?

Desiree: Eine Faustregel besagt, man soll nicht mehr als maximal drei verschiedene Schrifttypen miteinander kombinieren. Ich bevorzuge zwei. Das perfekte Zusammenspiel aus Schriftgröße, Zeilenabstand, Laufweite, Spaltenbreite, Farbe und Gesamtlayout ist für mich aber genauso wichtig wie die Schriftauswahl selbst.

Wie wirkt sich Typografie auf die Wahrnehmung einer Marke aus?

Desiree: Schriften haben nicht nur einen großen Einfluss, sie entscheiden über die Wirkung! Ob seriös, sympathisch oder verspielt – all das kann über den Font, also den Zeichensatz, ausgedrückt werden. Wie wir ein Design wahrnehmen, hängt von dem Zusammenspiel aus Inhalt, Gestaltung und dem jeweiligen Erfahrungsschatz wie Kultur, persönliche Erfahrungen oder Instinkte ab.

Wort „kommunikation“ in verschiedenen Schriftarten geschrieben
Schon dieser einfache Vergleich zeigt: Schriften wirken völlig unterschiedlich auf uns und lenken die Botschaft in eine bestimmte Richtung. Na, zum Glück haben wir uns für Variante 1 entschieden.

Was macht für dich ein gutes Typodesign aus?

Desiree: Der Gesamteindruck muss überzeugen und ein harmonisches Gesamtlayout ergeben.

Wo holst du dir Inspirationen für deine tägliche Arbeit?

Desiree: Ich liebe es, mir schön gestaltete Magazine oder Bücher aus hochwertigem Papier anzuschauen. Und natürlich halte ich mich auch online up to date – dort lassen sich schnell Trends erkennen.

Was sind in deinen Augen absolute Typo-No-Gos?

Desiree: WENN VERSALIEN ÜBERSTRAPAZIERT WERDEN – VOR ALLEM BEI LÄNGEREN TEXPASSAGEN IST DAS SEHR UNANGENEHM ZU LESEN. Aber auch mit zentrierten Sätzen kann man viel falsch machen. Es empfiehlt sich, mittig platzierte Elemente punktuell und sparsam anzuwenden.

Bei welchen Gestaltungsfehlern bekommst du Kopfschmerzen?

Desiree: Zu enge Zeilenabstände, eine zu geringe Laufweite oder verzerrte Buchstaben gehen gar nicht. Das passiert leider oft bei Texten, für die der gegebene Platz eigentlich nicht ausreicht.

Grafikdesignerin Desiree Ossanna ofp kommunikation
Desiree hat ein – oder besser gesagt zwei – Auge(n) für Ästhetik und weiß genau, was gutes Design ausmacht.

7 Tipps für eine bessere Typografie

Wie lautet denn nun das Geheimrezept für ein gutes Typo-Design? Hier haben wir 7 wichtige Regeln zusammengefasst, die unbedingt beachtet werden sollten.

  1. Nicht zu viele verschiedene Schriftarten in einem Projekt verwenden
    Unsere Expertin rät, sich auf zwei bis maximal drei Fonts zu beschränken. Kombiniert man zu viele Schriftarten miteinander, wirkt das schnell unharmonisch und beeinträchtigt die Lesbarkeit.

  2. Die richtige Zeilenlänge …
    Die Zeilenlänge hat einen großen Einfluss auf den Lesefluss. Deshalb gilt es, zu kurze oder zu lange Zeilen im Fließtext zu vermeiden. Auch wenn es von Text zu Text unterschiedlich ist, werden 50 bis 80 Zeichen inkl. Leerzeichen empfohlen.

  3. … sowie einen geeigneten Zeilenabstand finden
    Auch der Zeilenabstand spielt eine große Rolle für die Lesbarkeit eines Textes und beeinflusst das Erscheinungsbild maßgeblich. Ist er zu klein, wirkt ein Absatz schnell zusammengequetscht; mit einem zu großen Zeilenabstand hängt das Geschriebene förmlich in der Luft.

  4. Sparsam mit Versalien umgehen
    Versalien eignen sich, um einzelne Begriffe hervorzuheben, sollten aber nicht überstrapaziert werden. Denke außerdem daran, Akzente auf Großbuchstaben zu setzen (CAFE vs. CAFÉ).

  5. Auf eine angemessene Laufweite achten
    Ein allgemein gültiger Wert für die beste Laufweite (Buchstabenabstand) existiert nicht. Sie hängt von der gewählten Schriftart, vom Schriftschnitt, von der Schriftgröße und vom Ausgabemedium ab.

  6. Unterschiedliche Stile der gleichen Schriftart verwenden
    Um Text differenzierter zu gestalten, empfiehlt sich der Einsatz von verschiedenen Ausprägungen der selben Schrift (extraleicht, leicht, …). Dadurch

  7. Sich über Schrift-Trends informieren
    Da Typografie eine große Auswirkung auf das Design hat, ist es unabdingbar, dass sich Grafiker mit der Entwicklung von Schriftarten auseinandersetzen. Aktuelle Typografie-Trends findet man beispielsweise auf Behance.

Was kann eine starke Typografie für mein Unternehmen tun?

Macht ein Brand seinen Job ganz besonders gut, wird eine spezielle Schrift sogar zum unverkennbaren Markenzeichen. Denken Sie zum Beispiel an Vogue oder CocaCola.

Sie möchten Ihre Werbebotschaft in die Welt hinaustragen und sind auf der Suche nach einem Partner, der Ihre Ideen überzeugend visualisiert? Die Designexperten der ofp kommunikation unterstützen Sie gerne dabei. Sie stehen noch ganz am Anfang Ihrer Unternehmensgeschichte und müssen Ihre Marke erst etablieren? Auch in Sachen Logoentwicklung oder Corporate Design stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Erstellt:
Linda Feichtner
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